1919: Mit gutem Grund

Die Vereinigung der Apfelweinwirte wurde 1919, kurz nach dem Ende des 1. Weltkrieges, gegründet. Und das hatte auch einen guten Grund. Zwar waren viele der dam als noch selbst kelternden Gastwirte bereits Mitglieder der „Gastwirte lnnung Frankfurt", aber schnell erkannte man, dass unterschiedliche und fachspezielle Fragen besser in einer eigenständigen Vereinigung, sozusagen „unter sich", zu lösen waren. Hierzu zählen zum Beispiel die Beschaffung von Kelteräpfeln und die Beseitigung der Beschränkungen bei der Gärmost-Herstellung sowie den damals sehr strengen Bewirtschaftungsvorschriften. Und so entstand im Jahre 1919 die „Vereinigung der Äpfelweinkeltereien mit eigenem Ausschank Frankfurt am Main und Umgebung e. V.".

1933-1945: Schwierige Zeiten

Eine schwierige Zeit war das Jahr 1933, als der bekannte Äpfelweinwirt vom Römerberg, Karl Heyland, seinen Vorsitz abgeben musste. Ihm und seinen anderen Vorstandsmitgliedern gelang es aber noch, in einer Nacht- und Nebelaktion die Vereinskasse vor den Nationalsozialisten zu verstecken. Diese versuchten seinerzeit den selbstkelternden Äpfelweinwirten die Konzession für die Herstellung ihres eigenen „Stöffchens" - wie der Frankfurter auch heute noch liebevoll sein unumstrittenes „Nationalgetränk" nennt - zu entziehen.

 

Doch scheiterte der Konzessionsentzug durch die Nazis am harten  Widerstand der Wirte. So konnte nach diesem gefeierten Erfolg das mittelständische Gewerbe mit alter Tradition erfolgreich fortgesetzt werden.

Nach dem 2. Weltkrieg:
Der Kampf ums Stöffche

Aber auch nach 1945 forderte der 2. Weltkrieg einen hohen Tribut. Die Amtsgeschäfte ruhten bis zum Kriegsende und mit diesem wurde die Vereinigung wieder ins Leben gerufen. Die ersten Schritte waren die Beseitigung der Zwangsbewirtschaftung beim Kelterobst sowie der Wiederaufbau der teilweise ausgebombten Keltereien und Gaststätten. Für viele der im Krieg beschädigten oder zerstörten Betriebe erstellte die Vereinigung die erforderlichen Gutachten für die Regulierung der Kriegsschäden. Eine Aufgabe, die damals viel Zeit in Anspruch nahm.

 

Einen großen Erfolg feierte die Vereinigung der Äpfelweinwirte im Jahre 1960, als es gelungen war, das "Stöffche " von der Getränkesteuer befreien zu lassen und es damit endlich, nach zähen und langjährigen Verhandlungen, zu dem  zu  machen, was es heute ist: das Frankfurter Nationalgetränk.

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